Bürgerinitiative für unbelastetes Trinkwasser

www.bi-trinkwasser.de und www.kupferfrass.de sind Websites der Bürgerinitiative für unbelastetes Trinkwasser e.V. Die Bürgerinitiative wurde am 11. Nov. 2011 gegründet und wurde am 8. Dez. 2011 ins Vereinsregister eingetragen. Die Bürgerinitiative wurde am 15. Okt. 2012 als gemeinnützig anerkannt.


Wer will, findet Wege - wer nicht will, findet Gründe.
(frei nach: Andreas Laskaratos, 1811-1901, griechischer satirischer Schriftsteller und Kritiker)


Reportage in SAT.1 Regional

21.5.2013 Link zur SAT.1-Fernseh-Reportage von Redakteur Nils Döring: Kupfer im Trinkwasser

(Quelle: 17:30 SAT.1 REGIONAL)

 


Ab Dezember 2013: Neue Regeln für Blei

Der Grenzwert für Blei im Trinkwasser wird ab 1.12.13 stark gesenkt. Mehr dazu unter Aktuelles.

 


Problemstellung und Ziele unserer Bürgerinitiative

Das Wasser des Wasserverbandes Rumohr hat (wie die Wässer von mindestens 22 weiterer Wasserversorger in Schleswig-Holstein, siehe Antwort der Landesregierung auf die kleine Anfrage im Landtag vom 22.2.2012) aufgrund seiner technischen Beschaffenheit die Eigenschaft, Kupferrohre aufzulösen.

Der Wasserverband Rumohr riet auf seiner Internetseite www.wbv-rumohr.de (dort: "Unser Wasser" => "Wasserqualität") bis 2011 allerdings nur bei Neuinstallationen von der Verwendung von Kupferrohren ab.

Es wurde dabei außerdem der Eindruck erweckt, als wären ältere Installationen nicht betroffen. Das ist aber falsch.

Konkret haben wir bei unseren Messungen Kupferbelastungen von bis zu 4,3mg/l festgestellt (also über 100% über dem Grenzwert von 2,0 mg/l, siehe Messergebnisse hier). Bei den bisher vom Gesundheitsamt veranlassten Proben vom 31.10. und 29.11., die auf unsere Bitte hin gemäß Umweltinformationsgesetz (UIG) inzwischen auch veröffentlicht wurden,  wurden aus Versehen keine "gestaffelten Stagnationsproben" gemacht, wie es das Gesundheitsamt vom Probeentnehmer gefordert hatte. Die Proben sind während der Probenahme im wahrsten Sinne des Wortes verwässert worden und daher wertlos. Der Fehler ist aber nicht dem Gesundheitsamt, sondern dem Probeentnehmer unterlaufen. (Siehe: Warum unbrauchbar?)

Dass auch alte Kupferleitungen angegriffen werden (die im Kindergarten Mielkendorf ist älter als 20 Jahre, wie in den Häusern in der Kälberkoppel auch), liegt vermutlich am hohen TOC-Gehalt (TOC = total organic carbon, zu Deutsch: Im Wasser gelöster Kohlenstoff). Dadurch bildet sich die übliche "Schutzschicht" aus Kalk bei uns nicht und die Kupferrohre werden daher zerfressen. Es ist eine Frage der Zeit, wann die Leitungen alle leck sind - in der Kälberkoppel scheint es schon loszugehen. Die Reparatur bei einem Nachbarn hat - für ein einziges Loch - bereits rund 15.000 Euro gekostet.

Der TOC-Gehalt beträgt nach Angaben des Wasserverbandes normalerweise etwa 2,8-3,0 mg/l (wir haben aber auch schon 3,6 mg/l gemessen; eine Schwankung, die merkwürdig und nur schwer erklärbar ist). Ab einem Grenzwert von 1,5mg/l darf (bei einem pH-Wert von <7,4) laut DIN kein Kupfer mehr verbaut werden. Der pH-Wert des Wassers beträgt nach Angaben des Wasserverbandes 7,2-7,4 pH. Gemessen wurden allerdings - vom Wasserverband selbst - Werte zwischen 7,0 und 7,4 (je niedriger der pH-Wert, desto gefährlicher für die Kupferleitungen).

Die Folgen sind:

1.) Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier.
Es ist unstrittig, dass Säuglinge und Kleinkinder bei einem Kupfergehalt von 2mg/l (das ist der derzeitige Grenzwert der Trinkwasserverordnung, Stand 25.10.2011) gefährdet sind. Prof. Dr. Eife von der Universität München bezeichnet 3 mg/l im Wasser für einen Säugling als "tödliche Dosis" (siehe Video hier, Quelle: ARD, PlusMinus). Wir haben in Stagnationswasser im Kindergarten am 28.9. einen Wert von 4,1 mg/l gemessen (siehe hier oder hier: Probe vom 28.9.). Eine Beprobung einen Monat später durch das Gesundheitsamt ergab - bei einem ungewöhnlich hohem pH-Wert, bei dem eigentlich (d.h. gemäß DIN-Normen) gar kein Kupfer mehr ausgelöst werden dürfte - eine Belastung von 1,7 mg/l in Stagnationswasser. Wir sind allerdings überzeugt, dass diese Beprobungen (mehr oder weniger bewußt) fehlerhaft durchgeführt wurden (siehe: Warum unbrauchbar?).

Strittig ist nur, ob auch ältere Kinder und Erwachsene gefährdet sind, und wenn ja, wie sehr.

Mehr dazu hier.

2.) Sachschäden an unseren Häusern

Die Auflösung von Kupfer, in der Fachsprache "Kupferfraß" genannt, führt dazu, dass die vorhandenen Kupferleitungen langsam zersetzt werden. Irgendwann sind die Leitungen undicht und das Leitungswasser tritt in das Mauerwerk der Häuser ein. Schimmel und Schwamm kann sich bilden, wenn das Problem unbemerkt bleibt.

Ein von Schwamm befallenes Haus ist praktisch wertlos und wird im Regelfall entweder aufwändig saniert oder abgerissen.

Auch die Sanierung der vorhandenen Kupferleitungen ist kein leichtes Unterfangen. Wir suchen hier noch nach geeigneten Verfahren und bitten Fachleute um Rat.

 

Ziel dieser Website

Wir möchten mit dieser Website informieren und zum Gedankenaustausch und gemeinsamen Lernen anregen.

 

Titelseite Holsteiner Zeitung 16.5.13: "Erhöhte Kupferwerte im Stagnationswasser"

Mehr über diesen Artikel, zusammen mit unserer Stellungnahme dazu, findet sich im Bereich "Presse". Schauen Sie hier.

 


Titelseiten-KN-Artikel vom 18.4.2013: "Für die Gesundheit: Schüler sollen mehr Wasser trinken"

Zu der heutigen Artikelserie in den Kieler Nachrichten (Regionalzeitung für Kiel und Schleswig-Holstein, Holsteiner Zeitung):

Es mag richtig sein, dass Kinder in der Schule mehr Wasser trinken sollten und wir sind überzeugt, dass der übermäßige Genuss von gesundem Trinkwasser besser wäre, als der übermäßige Genuss von süssen Soft-Drinks.

Von dem Genuss von Trinkwasser aus der Leitung ist in Schleswig-Holstein jedoch dringend abzuraten: Gemäß Auskunft der Landesregierung vom 22.2.2012 (Kleine Anfrage der Grünen im Kieler Landtag auf Anregung der Bürgerinitative für unbelastetes Trinkwasser e.V.) sind ca. ein Drittel bis zur Hälfte der geförderten Trinkwässer korrosiv, d.h. sie zersetzen die Trinkwasserleitungen. Selbst wenn diese nicht aus Blei bestehen (deren Giftigkeit ist ja fast jedermann bekannt), sondern wenn diese aus Kupfer bestehen (und die Wahrscheinlichkeit dafür liegt in Schleswig-Holstein je nach Region zwischen ca. 60 und 99%), ist das Wasser dadurch, wenn es beim Endverbraucher ankommt, je nach Lebensalter, Verfassung und Körpergewicht des Konsumenten gesundheitsschädlich bis lebensgefährlich giftig.

Wie  bereits im KN-Lokalteil "Holsteiner Zeitung" (der der KN im Kreis Rendsburg-Eckernförde und Neumünster als Lokalteil beigelegt wird) über zwanzig mal berichtet, haben die von uns angeregten Wasserproben u.a. Kupferkonzentrationen von 3,3 bis 4,3mg/l, also über 50 bis 100% über dem (ohnehin zu hohen) Grenzwert von 2mg/l in der Trinkwasserverordnung ergeben. Herr Prof.Dr. Eife von der Universität in München erklärt, dass eine Kupferkonzentration von 3,0 mg/l oder mehr für "Kleinkinder eine tödliche Dosis" ist.

Den verantwortlichen Schulleitern können wir daher nur empfehlen, NICHT an dieser Initiative "Mehr! Wasser" teilzunehmen, weil sie dann damit rechnen können, von Eltern, die (wirklich) unabhängige Wasserproben in Auftrag geben, wegen Gesundheitsgefährdung der Kinder verklagt werden.

Die oft zitierte Behauptung der Wasserversorger, die das Wasser ja liefern, "Wasser sei das bestkontrollierteste Lebensmittel in Deutschland" ist reine Propaganda. Es wäre schrecklich, wenn diese Aussage stimmen würde, denn die Zustände der Trinkwasserkontrolle in Schleswig-Holstein sind erbärmlich und unterscheiden sich von denen einer Bananenrepublik nur dadurch, dass sich die dafür zuständigen Beamten wohl nur in seltenen Fällen für die Rechtsbeugung in Geld bezahlen lassen. Dafür sind sie aber chronisch arbeitsüberlastet und führen daher keine Untersuchungen durch, die "verstörende" Tatsachen ans Licht bringen könnten. "Staatstragendes Verhalten" wird das höflich genannt.

Nicht nur, dass energisch weggeguckt wird, wenn die Anlagen der meisten kleinen und mittleren Wasserversorger vor sich hinrotten und nach aktueller Gesetzeslage auf keinen Fall so neu in Betrieb gehen dürften; sondern die an sich geheimzuhaltenden Untersuchungen werden den betroffenen Versorgern vorher angekündigt; in öffentlichen "Info-Veranstaltungen" werden Gutachter bemüht, die über die Nicht-Wahrscheinlichkeit von Korrosionsschäden bei Kaltwasser berichten, wissend, dass die Korrosionswahrscheinlichkeit bei Warmwasser um ein 10-100faches höher liegt (was einfach verschwiegen wird); es wird gezielt angeordnet, bei offiziellen Proben Stagnationswasser vor der eigentlichen Messung vollständig ablaufen zu lassen, so dass dieses gar nicht untersucht wird; die Methoden, die das Umweltbundesamt zur Untersuchung von Stagnationswasser empfiehlt, werden so ausgelegt, dass sie zur Farce werden (konkretisieren wir auf Anfrage gerne) usw.usf.  

Korrekte Beprobungen von Trinkwasser aus Trinkwasserleitungen sind also eine höchst seltene Ausnahme - zumindest in Schleswig-Holstein (wir haben es bisher nicht auf Bundesebene prüfen können, wir vermuten allerdings, dass wir hier bundesweite Zustände beschreiben; bezogen auf Schleswig-Holstein handelt es sich aber um Tatsachen, die wir durch eigenes Erleben bezeugen können).

Im Artikel wird von einer "Scheu" berichtet, Wasser aus Trinkwasserleitungen zu trinken. Diese Scheu ist höchst berechtigt.

Einem Schulleiter, der Leitungswasser ungeprüft empfiehlt, drohen Strafanzeigen. Wir empfehlen daher, die Wasserversorgung von Schülern spezialisierten Unternehmen zu überlassen, die sich mit der Wasserversorgung im öffentlichen Raum und den einschlägigen technischen und gesundheitlichen Vorschriften auskennen, zu überlassen und die dafür dann auch haften. Wer prüfen will, ob er als Schulleiter selbst in der Lage ist, die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften zu beurteilen und auf Dauer zu gewährleisten, möge sich einmal mit der Trinkwasserverordnung oder einigen technischen Normen, z.B. der DIN 50930-1 bis 6 beschäftigen. Wie im Vertiefungsartikel auf Seite 15 empfohlen, raten wir Schulleitern, die an der Initiative teilnehmen wollen, daher dazu, einen Liefervertrag mit einem Mineralwasserhersteller abzuschliessen.

Wir möchten aber auch darauf hinweisen, dass die im Leitartikel zitierte Studie "Rosbacher Trinkstudie" nach unserer Kenntnis von einem Wasserversorger - dem Rosbacher Brunnen, einem großen privaten Mineralwasserproduzenten in Hessen - in Auftrag gegeben und bezahlt wurde. Bevor man sich selbst als Erwachsener zwingt 2,3 Liter Wasser am Tag zu trinken (es gibt auch ernstzunehmende Stimmen, die bei übermäßigem Wasserkonsum vor Bluthochdruck und anderen Problemen warnen), sollte eine wirklich unabhängige Studie zu diesem Punkt durchgeführt werden.

Bedenklich ist, dass die meisten Wasserversorger Anstalten des öffentlichen Rechts sind und dadurch in der Öffentlichkeit eine quasi "staatliche" Anerkennung genießen. Dies führt zu unangemessener Zusammenarbeit von Wasserversorgern und Kontrollbehörden (Gesundheitsämter, Gesundheitsministerien). Eine Kampagne, mehr Leitungswasser zu trinken, kann daher auch als Lobbyismus ausgelegt werden.

Im Vertiefungsartikel auf Seite 15 der KN wird auch auf die festgestellte Kupferbelastung in Mielkendorf eingegangen. Leider handelt es sich dabei nicht um ein punktuelles Problem, das nur in einem kleinen Dorf am Rande der Landeshauptstadt besteht, sondern um ein generelles Problem mit korrosivem Wasser, das in großen Teilen Schleswig-Holsteins besteht. Nach unserer Kenntnis, das können wir bestätigen, besteht das Problem allerdings nicht in Kiel selbst, sofern dort das Wasser von den regionalen Stadtwerken bzw. dem Wasserwerk in Schulensee bezogen wird (die Kieler Stadtwerke haben mehrere Wasserwerke in Betrieb, wir haben uns nur die Werte des Wasserwerkes in Schulensee vorlegen lassen).